Schul- und Radwegsicherheit

Auch Fragen zur Strassenverkehrsordnung oder Umgang mit Ordnungswidrigkeiten oder Bussgeldern
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Schulweg Pasing
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Schul- und Radwegsicherheit

Beitrag von Schulweg Pasing » Fr 9. Aug 2013, 20:39

Die Offenbachstraße in Pasing wird von ca. 600 Schülern, teilweise mehrmals täglich (Nachmittagsunterricht, Sport, Musik usw.) benutzt. Dazu kommen alle anderen Radler auf dem Weg ins Pasinger Zentrum und in die benachbarten Viertel.

Seit 2008 ist hier durchgehend Baustelle: Kanal, Tram, Fernwärme, Pasing Arcaden, Pasinger Tor... und es geht noch Jahre weiter so!

Häufig werden Radwege durch Lieferfahrzeuge mit heruntergelassener Ladebordwand komplett blockiert, teilweise stauen sich mehrere Laster und rangieren rückwärts auf dem Rad- und Gehweg. Bagger und andere Baufahrzeuge arbeiten über dem Radweg, während Schüler und andere Radfahrer unten durchfahren. Teilweise müssen die Schüler auf die mit Schwerlastern vielbefahrene Offenbachstraße ausweichen. Es gibt mehrere hundert Bilder dazu.

Polizei, Baufirmen, die Betreiber der Pasing Arcaden und das KVR wurden jahrelang immer wieder um Maßnahmen gebeten. Nach punktuellen Verbesserungen stellte sich immer wieder dasselbe Bild ein. Die Polizei ist u.a. der Meinung, es ist sicherer, wenn Lkws auf dem Radweg stehen, als wenn sie fahren. Unfälle passieren schließlich mit fahrenden Lkws.

Seit 2008 gab es allein an der Offenbachstraße einen tödlichen Unfall, mehrere verletzte Radfahrer, Beinahe-Unfälle und regelmäßig schwere Behinderungen und Gefährdungen durch zugeparkte Radwege und Baumaßnahmen direkt auf den Radwegen, ohne geeignete Sicherungsmaßnahmen.

Allein in den letzten Wochen gab es in Pasing mindestens fünf schwere Unfälle zwischen Lkws und Radfahrern.


Die Bitten:
- Links und Informationen weitergeben und
- Wer hat Tipps, wie die Entscheider motiviert werden können?



Artikel:
http://ebmpg.com/2013/08/05/schulweg-pr ... r-polizei/

Karte mit Unfällen, Bilder usw.:
http://ebmpg.com/schulwegsicherheit/
Dateianhänge
Entladen mitten  auf der Straße, Radler müssen in den Gegenverkehr ausweichen
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Bauarbeiten am "Pasinger Tor", Radler müssen auf die Straße
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Rad- und Fußweg blockiert
Rad- und Fußweg blockiert

37-349
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Re: Schul- und Radwegsicherheit

Beitrag von 37-349 » Sa 10. Aug 2013, 19:31

[quote="Schulweg Pasing"]
- Wer hat Tipps, wie die Entscheider motiviert werden können?

Fahrraddemo? Am besten werktags nach Schulschluß, wenn die Baustelle noch voll im Gange ist und es dem MIV so richtig "wehtut", daß da mal 600 Schüler und ihre Eltern die Offenbachstraße für sich in Anspruch nehmen. Das ganze wöchentlich wiederholen ("Pasinger Mittwochsdemo" oder so ähnlich). Oder ist der Leidensdruck doch noch nicht sooo groß??

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veloroadster
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Re: Schul- und Radwegsicherheit

Beitrag von veloroadster » So 11. Aug 2013, 10:39

Ich weis nicht was 37-349 mit der Frage meint, ob der Leidensdruck doch nicht sooo groß sei. Diese Anmerkung ist nicht angebracht. Der Vorschlag ist allerdings angesichts der Tatenlosigkeit der Behörden einleuchtend.
Der ADFC propagiert im Übrigen das Ausweichen auf die Fahrbahn, wenn Radwege blockiert sind. Das zwingt die Autofahrer zum umsichtigeren und langsameren Fahren und die Radler werden besser wahrgenommen. Ob man das allerdings den Kindern nahelegen sollte ist fraglich.

Zu dieser Frage könnte man eventuell Hilfe bei der Arbeitsgemeinschaft Verkehr des ADFC München suchen
Dieser trifft sich jeden letzten Dienstag im Monat um 1900 im Radlerhaus

Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung sind hier zu finden (falls nicht schon kontaktiert)
http://www.adfc-muenchen.de/verkehr/ans ... -stadt.php

Die Presse einschalten wäre einen Versuch wert

Den Link zum Elternbeirat werde ich in unserer Facebook Seite gerne posten.

Viel Glück und Erfolg bei euren Bemühungen
Gute Fahrt

VeloRoadster

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Tinu
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Re: Schul- und Radwegsicherheit

Beitrag von Tinu » So 11. Aug 2013, 16:37

veloroadster hat geschrieben:Der ADFC propagiert im Übrigen das Ausweichen auf die Fahrbahn, wenn Radwege blockiert sind.
Was außerdem nach StVO die einzig zulässige Lösung ist, falls man nicht schiebenderweise zum Fußgänger mutieren möchte. Also keine Befürchtungen, dass dies nicht ganz korrekt sein könnte!

Allerdings sehe ich nicht, dass dies etwas am Zustand ändern könnte, weil der selbstbewusste Umgang mit der Situation selbst in vielen Einzelfällen kaum Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung erregen dürfte. Dazu bedarf es wohl konzertierter Aktionen wie der schon vorgeschlagenen Demo.
veloroadster hat geschrieben:Die Presse einschalten wäre einen Versuch wert
Am besten mit Bezug zum selbstvergebenen Titel "Radlhauptstadt". Tenor: "Anspruch und Wirklichkeit".
Gruß
Martin

Schulweg Pasing
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Re: Schul- und Radwegsicherheit

Beitrag von Schulweg Pasing » Mo 12. Aug 2013, 18:53

Vielen Dank für die Überlegungen, Tipps und Facebook-Posting!

Das Ausweichen über die Fahrbahn ist für jüngere Schüler (10-14 Jahre) angesichts von täglich 14.000 Pkw und 1.500 Lkw/Bussen eher riskant, die haben ja auch noch schwere Schulranzen dabei. Die Stadtverwaltung (Baustellenkoordination und KVR - Herr Geck und Brief an Blume-Beyerle-) wurde mehrfach informiert und war nicht hilfreich ("die Schüler sollen halt Bus fahren"). Auch die Bitte, den Radweg nach den gesetzlichen Normen auszubauen wurde abgelehnt.

Die Polizei unterstützt verbal, hat allerdings den Respekt der Lkw-Fahrer verloren, weil nicht konsequent eingeschritten wird. Der Respekt der Anwohner vor der Polizei leidet natürlich auch... Laut einem Streifenpolizisten gibt es die Anweisung "das Gewerbe zu schonen". Kein Wunder, dass sich nichts tut. Einige Anwohner zeigen krasse Park- und Bauaktionen an.

Die Presse wurde informiert, die SZ hat schon mehrfach mit großen Artikeln berichtet, morgen erscheint ein Artikel in einer Lokalzeitung.

Da die ganzen Aktivitäten nichts wirklich geändert haben, bleibt vermutlich nur eine Demo.

mgka
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Re: Schul- und Radwegsicherheit

Beitrag von mgka » Mo 12. Aug 2013, 20:32

Wenn ich persönlich von der Situation betroffen wäre, würde ich in diesem Fall konsequent gegen die Benutzungspflicht des Radwegs vorgehen. Die Anordnung dieser Benutzungspflicht kommt nur dann in Frage, wenn auf der Fahrbahn eine außerordentlich hohe Gefährdung für Radfahrer vorliegt. Das mag an dieser Stelle sogar so sein.
Das heißt im Umkehrschluss: wenn die Stadt dieses Gefahrenpotenzial auf der Fahrbahn erkannt hat (sonst hätte sie ja nicht die blauen Radwegschilder aufhängen dürfen), so muss sie auch dafür sorgen, dass der benutzungspflichte Radweg dauerhaft sicher benutzbar ist. Daran kann man angesichts der geposteten Bilder ernsthaft Zweifel haben. Das Ausweichen auf die Fahrbahn (wie @Tinu schon erläutert hat, darf man als Radfahrer nicht auf den Gehweg ausweichen, höchstens man steigt ab und schiebt) ist offenbar eher die Regel als die Ausnahme.
Natürlich will ein Großteil der Radfahrer dort auf den Radweg fahren und stört sich nicht weiter an der Benutzungspflicht des Radwegs. Allerdings ist die Forderung nach der Abschaffung derselben der einzige Weg, hier die Stadt in die Pflicht zu nehmen, spätestens wenn es darum geht, den Richter am Münchner Verwaltungsgericht glaubhaft zu machen, dass der Radweg die sicherere Alternative zur Fahrbahn ist.
Eine Klage vor dem Verwaltungsgericht sollte die Ultima Ratio sein, allerdings klingt das hier so, als seien die meisten anderen Mittel bereits ausgeschöpft.

timovic
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Re: Schul- und Radwegsicherheit

Beitrag von timovic » Di 13. Aug 2013, 19:58

Radwegsicherheit an Baustellen ist in ganz München ein Thema. Das dürfte man gerne mal etwas publiker machen, da hier großer Nachholbedarf besteht.

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