Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Auch Fragen zur Strassenverkehrsordnung oder Umgang mit Ordnungswidrigkeiten oder Bussgeldern
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Tinu
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Re: Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Beitrag von Tinu » So 28. Jul 2013, 14:00

Paperflow hat geschrieben:..wie soll ich später nachweisen, dass ich keine laute Musik gehört habe
Es ist eigentlich schon alles gesagt worden: Falls es tatsächlich zu einem Gerichtsentscheid kommen sollte - und nur dann ist die Frage ja relevant -, kommt es darauf an, den Richter zu überzeugen. Nachweisen kannst du im nachhinein eine geringe Lautstärke ebensowenig wie die Gegenpartei eine hohe.

Es gilt hier im übrigen nicht die Unschuldsvermutung, nach der man dir erst mal nachweisen müsste, dass du dich falsch verhalten hast, da du immerhin den Anscheinsbeweis lieferst, indem die getragenen Kopfhörer ja wohl unstreitig sind. Es geht also nur noch um die Einschätzung des Gerichts, in welchem Maße eine Beeinträchtigung vorgelegen haben mag.

Soweit meine persönliche Einschätzung als Nichtjurist.
Gruß
Martin

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veloroadster
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Re: Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Beitrag von veloroadster » Mo 29. Jul 2013, 09:15

Ich halte Kopfhörer auch nicht wirklich für ein Problem. Es gefährdet sich selbst, wer zu laut hört und das Verkehrsgeschehen um sich herum nicht optimal wahrnehmen kann. Da wird es in Zukunft sicher das ein oder andere Grundsatzurteil geben, weil es eine eklatante Benachteiligung gegenüber den Autofahrern darstellt, wenn diese mit Mega Sound Systems herumrasen dürfen, die Radler aber nicht mal einen Kopfhörer tragen dürfen (wenn ich als Fahrradkurier arbeite, trage ich Kopfhörer zum telefonieren. Wie soll ich da nachweisen, dass ich gar nicht Musik gehört habe?).
Gute Fahrt

VeloRoadster

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Bass999
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Re: Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Beitrag von Bass999 » Di 8. Apr 2014, 19:04

Begründung:
a) Es reduziert die Windgeräusche und ich höre tatsächlich die Umgebung besser.
b) ich hab mal ein Insekt fasst ins Ohr bekommen, war sehr erschreckend...deshalb lasse ich die Kopfhörer auch gerne drin.
Kann ich nachvollziehen.

a) Windgeräusche reduziere ich noch effektiver mit einem Stirnband, dass man bis über die Ohren runterzieht.
b) Bei mir nicht nur "fast", sondern es ist ganz rein. Habe es zu Hause dann mit einem Ohrstäbchen rausgehebelt. War kurz davor zum naheliegenden Krankenhaus zu fahren, weil es mich wahnsinnig gemacht hat...

Bezüglich überholen:

Habe über die Jahre gelernt, dass rechts überholen (kurz auf den Gehweg ausweichen) das sicherste ist. Der Überholvorgang dauert nur unbedeutende Sekunden, die man sich unerlaubt auf dem Gehweg befindet. Beim eigentlich korrekten Linksüberholen (nach Auto-Vorbild) machen die meisten zu überholenden Radfahrer einen Schlenker in deine Richtung und gefährden damit sich, dich und parkende Autos. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber es ist in ca. 80% der Fälle so, dass im Moment des Überholens der zu überholende Radfahrer nach links driftet.

webbie
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Re: Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Beitrag von webbie » Di 8. Apr 2014, 22:00

Bass999 hat geschrieben:
Beim eigentlich korrekten Linksüberholen (nach Auto-Vorbild) machen die meisten zu überholenden Radfahrer einen Schlenker in deine Richtung und gefährden damit sich, dich und parkende Autos. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber es ist in ca. 80% der Fälle so, dass im Moment des Überholens der zu überholende Radfahrer nach links driftet.
Ich denke, das hat mit der Fahrphysik des Fahrrads zu tun. Um nach rechts zu fahren, muss der Gesamtschwerpunkt etwas nach rechts verlagert werden; und zwar gegenüber den Laufrädern bzw. deren Aufstandspunkten. Dies erfolgt in der Regel dadurch, dass man kurz nach links lenkt. Dadurch zieht das Vorderrad nach links und das ganze Rad kippt etwas nach rechts. Je geringer man diesen Linksschlenker haben will (z.B. weil man überholt wird), desto langsamer muss man dies machen. Dies erscheint dann möglicherweise wie ein Driften.

Diesen ganzen Vorgang macht man als Radler automatisch und denkt nicht drüber nach. Für andere Verkehrsteilnehmer ist dies allerdings nicht intuitiv erfassbar. Das ist übrigens auch der Grund warum Fußgänger oft erschrecken, wenn ein Radler auf sie zukommt. Denn zum Ausweichen muss dieser erst ein kurzes Stück in die "falsche" Richtung lenken. Und zwar um so stärker, je schneller die Richtungsänderung passieren soll.

Werner

KUHmax
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Re: Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Beitrag von KUHmax » Do 10. Apr 2014, 16:50

Habe über die Jahre gelernt, dass rechts überholen (kurz auf den Gehweg ausweichen) das sicherste ist.
aber auch nur dann, wenn der Radfahrer/die Radfahrerin nicht verzögert hat, weil er/sie nach rechts in eine Einfahrt einbiegen möchte.

Mir passiert es bis zu zweimal im Monat, dass in dem Moment, wo ich in der Lindwurmstraße zu unserer Haustür einbiegen möchte, einer/eine zum Rechtsüberholen ansetzt. Der besondere Knaller war ein Radfahrer, der mir in den seit einem Beinaheunfall immer nach rechts ausgestreckten Arm gefahren ist und mich angefegt hat, wieso ich ihm meinen Arm in den Weg halte.

Daher: Beim Überholen immer mitdenken. Nicht jeder wird gerade mal langsam, weil urplötzlich die Kraft ausgelassen hat.
Zuletzt geändert von KUHmax am Fr 11. Apr 2014, 12:01, insgesamt 1-mal geändert.
Radlergrüße,

Karin

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Tinu
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Re: Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Beitrag von Tinu » Do 10. Apr 2014, 17:37

Bass999 hat geschrieben:Habe über die Jahre gelernt, dass rechts überholen (kurz auf den Gehweg ausweichen) das sicherste ist. Der Überholvorgang dauert nur unbedeutende Sekunden, die man sich unerlaubt auf dem Gehweg befindet.
Das kann schon mal bei notorischen Links-Zocklern so funktionieren, sehe ich aber als absolute Ausnahme in "Notsituationen" und nicht als die Regel!

Wenn ich (z.B. durch das sich nähernde Fahrgeräusch) erahne, dass mich jemand überholen will, ziehe ich automatisch nach rechts und wende eventuell einen Schulterblick über links an (von hinten rechts kann ja nichts kommen!). Damit befindest du dich während deiner "unbedeutenden Sekunden" in meinem toten Winkel bevor wir kollidieren!
Gruß
Martin

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Bass999
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Re: Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Beitrag von Bass999 » So 13. Apr 2014, 19:49

Ich denke, das hat mit der Fahrphysik des Fahrrads zu tun.
In diesem Fall nicht. Ich weiß zwar was du meinst, aber in diesem Fall geht es nicht um den Überholer, sondern um den, der überholt wird. Dieser zieht nach links während des Überholvorgangs.
aber auch nur dann, wenn der Radfahrer/die Radfahrerin nicht verzögert hat, weil er/sie nach rechts in eine Einfahrt einbiegen möchte.
Ja, bei sowas muß der Überholer natürlich mitdenken (abgesehen davon, dass ein Radfahrer non-stop für alle mitdenken sollte, will er am nächsten Tag auch noch radfahren). Rechts überholen ist natürlich am geeignetsten, wenn der Radweg (nach rechts) deutlich begrenzet ist.
ziehe ich automatisch nach rechts und wende eventuell einen Schulterblick über links an
?

Dann bist du aber einer der Wenigen. Meine Vermutung warum die Leute nach links ziehen, wenn sie überholt werden: Du ziehst den Lenker in die Richtung, in die du auch deinen Kopf drehst. Und das ist im gemeinen Rechtsverkehr nun mal links, wenn du links überholt wirst.

Es scheint ein Reflex zu sein, dass man durch Geräusche von hinten dazu neigt den Kopf in diese Richtung zu drehen. Wenn man gleichzeitig einen Lenker in der Hand hält, lenkt man aber in die gleiche Richtung (du drehst die Schulter mit nach links --> linker Arm wird "kürzer")

Das war in der Steinzeit vermutlich ganz hilfreich, wenn sich Raubtiere von hinten angeschlichen haben. Aber heute auf dem Rad mit einem Lenker in der Hand ist es offensichtlich eher hinderlich.

Das ist aber letztlich der Grund, warum das rechts überholen besser funktioniert: Beim Links überholen wirst du also ausgebremst, beim rechts überholen passiert dir das nicht, weil die Radwegbegrenzung (z.B. abgesetzte Kante oder Linie) den zu überholenden Radfahrer einschränkt und so dem Überholer zugute kommt.

Ich beobachte das Thema übrigens auch bei anderen Radlern. Und es dürfte auch der Grund sein, warum Karin hin und wieder mal rechts überholt wird: Der Überholvorgang ist insgesamt sicherer, schneller und man hat deutlich weniger Nervenkitzel...

Von daher ist das bei mir die Regel und nicht die Ausnahme.

KUHmax
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Re: Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Beitrag von KUHmax » Mo 14. Apr 2014, 12:02

Hallo,
und man hat deutlich weniger Nervenkitzel...
naja, wer Nervenkitzel meiden möchte, sollte eh besser nicht in der Lindwurmstraße fahren.

Ich muss das leider täglich.
Radlergrüße,

Karin

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Bass999
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Re: Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Beitrag von Bass999 » Mo 14. Apr 2014, 17:34

Ich denk ihr habt seit 1-2 Jahren in der Lindwurmstraße euren Luxus-VIP-Sicherheits-Streifen !?

KUHmax
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Re: Frage: Überholen eines Radfahrers auf dem Radweg

Beitrag von KUHmax » Di 15. Apr 2014, 10:34

Das verwechselst du wohl mit dem baustellenbedingten Radstreifen von vor ein paar Jahren.
Radlergrüße,

Karin

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