Spießrutenlaufen

Auch Fragen zur Strassenverkehrsordnung oder Umgang mit Ordnungswidrigkeiten oder Bussgeldern
mgka
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Re: Spießrutenlaufen

Beitrag von mgka » Fr 12. Jul 2013, 13:38

Nur zu :-). Ich habe sie offenbar mit meinen Anträgen (hier dokumentiert: http://mgka.square7.ch/blog/, Punkt 2 unter "beendete/ruhende Verfahren") nachhaltig verärgert. Aber gerne kannst Du sie als Anregung hernehmen.

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Tinu
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Re: Spießrutenlaufen

Beitrag von Tinu » Mi 24. Jul 2013, 12:39

Es gibt heute immerhin eine erste Rückmeldung auf meine Anfrage beim LRA:
  • ... vielen Dank für Ihre Mitteilung. Wir werden in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt Freising, der Gemeinde Unterföhring und der Polizei die Situation prüfen und Ihnen zeitnah eine Antwort zukommen lassen.

    Da mehrere Fachbehörden in das Verfahren einzubinden sind, kann die Bearbeitung leider etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Hierfür bitten wir um Verständnis.
Inhaltlich im Wesentlichen eine begründete Entschuldigung für die zu erwartende Verzögerung einer Stellungnahme, aber immerhin wird schon mal eine Antwort versprochen. Mehr hätte ich nach 12 Tagen - und das in der Sommerpause - auch gar nicht erwartet.

Dann bin ich mal gespannt, zu welchem Ergebnis die geballte Fachkompetenz hier kommen wird. ;)
Gruß
Martin

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Re: Spießrutenlaufen

Beitrag von veloroadster » Do 25. Jul 2013, 09:15

Tinu hat geschrieben:Dann bin ich mal gespannt, zu welchem Ergebnis die geballte Fachkompetenz hier kommen wird. ;)
Schätzungsweise nicht zu dem Ergebnis der vollständigen Neugestaltung, welches das folgerichtigste wäre.
Gute Fahrt

VeloRoadster

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Tinu
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Re: Spießrutenlaufen

Beitrag von Tinu » Do 8. Aug 2013, 10:20

Eine Meldung fürs Sommerloch:

Heute eine weitere Rückmeldung vom LRA, in der mir mitgeteilt wird, dass die Zuständigkeit bei der Gemeinde Unterföhring liege, an die meine Anfrage zur Bearbeitung weitergeleitet werde.

Inhaltlich sicher richtig. Was mich nur irritiert: Vor 2 Wochen wurde die Gemeinde Unterföhring als eine der einzubindenden Fachbehörden doch bereits explizit genannt. Was mag jetzt neu sein? Vielleicht ein Upgrade von Unterföhring von "beteiligt" auf "zuständig"?

Bin mal gespannt, wo es dort weiter geht. Immerhin wird auf der Homepage von Unterföhring auf das LRA München verwiesen. ;)
Gruß
Martin

mgka
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Re: Spießrutenlaufen

Beitrag von mgka » Mo 12. Aug 2013, 08:42

Das verstehe ich nun aber nicht: es geht doch um den Radweg entlang der Staatsstraße oder? Da ist (sofern diese im Landkreis liegt) definitiv das Landratsamt in Vertretung für den Freistaat zuständig.
Nur mal so am Rande, da ich am Samstag mal wieder dort lang gefahren bin: In Richtung Norden gibt es im Zuge des gemeinsamen Rad-/Fußweges einige Ampeln, welche lediglich das Fußgängersymbol zeigen. Da nur eine (gemeinsame) Furt markiert ist, wird eine solche Situation nicht von der derzeitigen Übergangsregelung in § 37 StVO erfasst. Ergo: es gilt die Fahrbahnampel für Radfahrer, welche jedoch aufgrund der Wegführung meist gar nicht erkennbar ist. Dieser Meinung ist übrigens auch Hentschel (der bekannteste StVO-Kommentar) in seiner neusten Auflage.

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Re: Spießrutenlaufen

Beitrag von Tinu » Mo 12. Aug 2013, 11:54

mgka hat geschrieben:Das verstehe ich nun aber nicht: es geht doch um den Radweg entlang der Staatsstraße oder? Da ist (sofern diese im Landkreis liegt) definitiv das Landratsamt in Vertretung für den Freistaat zuständig.
auch wenn das formale Argument lautet, es ginge um den Knotenpunkt St 2053 / Feringastraße, also nicht die Staatsstraße? Warten wir ab, ob sich die Gemeinde Unterföhring den Schuh anzieht.
mgka hat geschrieben:Ergo: es gilt die Fahrbahnampel für Radfahrer, welche jedoch aufgrund der Wegführung meist gar nicht erkennbar ist. Dieser Meinung ist übrigens auch Hentschel (der bekannteste StVO-Kommentar) in seiner neusten Auflage.
Die theoretischen Vorfahrtsituationen - in Richtung Süden, was sich aber nur marginal unterscheidet - hatte ich ja bereits in meinem Ursprungsposting auseinandergenommen.

Was nützt es mir, dass ich theoretisch die Fußgängerampel ignorieren dürfte, wenn der Querverkehr grün hat? Wie kann ich eine Fahrbahnampel beachten, die ich nicht sehen kann? Und selbst wenn ich sie sehen könnte, käme ich Konflikt mit dem beampelten Querverkehr! Wie verhalte ich mich korrekt auf den Abschnitten mit den Fußgängerübergängen, für die ebenfalls widersprüchliche Regeln gelten?

Die ganze Anlage bleibt ein widersprüchliches Konstrukt, das selbst bei Kenntnis der komplizierten Regeln nicht regelgerecht passiert werden kann und wenn man es könnte, käme man in Konflikt mit dem Querverkehr!
Gruß
Martin

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Re: Spießrutenlaufen

Beitrag von mgka » Mo 12. Aug 2013, 14:22

Für den Knoten selbst sehe ich schon das LRA in der Verantwortung. Wer hat denn die heute aufgestellen Verkehrszeichen angeordnet? Oder stehen die womöglich ohne verkehrsrechtliche Anordnung herum? Dann könnten sie mit ziemlicher Sicherheit nichtig (=unbeachtlich) sein! Daher am besten nachfragen, wer denn die gegenwärtige Beschilderung verantwortet.
Der Hinweis mit der nicht beachtlichen Fußgängerampel bezog sich im wesentlichen auf die Möglichkeit der Bebußung eines vermeintlichen Rotlichtverstoßes. Dafür gibt es gemäß derzeit gültiger StVO aber keinen Grund. Die offensichtlich unsinnige Anordnung geht zu Lasten der StVB und kann nicht dem Verkehrsteilnehmer angelastet werden. Offenbar ist (auch) das LRA überfordert, StVO-konforme Anordnungen für den Radverkehr zu treffen. Aber von einem Radfahrer wird jederzeit und überall StVO-konformes Verhalten verlangt...

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Re: Spießrutenlaufen

Beitrag von Tinu » Mo 12. Aug 2013, 17:02

mgka hat geschrieben:Daher am besten nachfragen, wer denn die gegenwärtige Beschilderung verantwortet.
Ist unterwegs...

UPDATE: Antwort vom LRA:
  • ... Im vorliegenden Fall ist allerdings der betroffene Streckenabschnitt widmungsrechtlich eine Ortsstraße und liegt somit im originären Zuständigkeitsbereich der Gemeinde Unterföhring als örtliche Straßenverkehrsbehörde.
mgka hat geschrieben:Offenbar ist (auch) das LRA überfordert, StVO-konforme Anordnungen für den Radverkehr zu treffen. Aber von einem Radfahrer wird jederzeit und überall StVO-konformes Verhalten verlangt...
Damit hast du's genau auf den Punkt gebracht, worum es mir bei den meisten der von mir in diesem Unterforum eröffneten Threads geht: Die Bebußung (heißt das tatsächlich so?) ist mir vergleichsweise egal, aber welche Schlüsse ziehen wir aus dem von dir formulierten Widerspruch?

Die naheliegende erste Reaktion mag sein die nötige Qualität der Anordnungen (also deren StVO-konforme Ausbesserung) einzufordern. Meine Priorität setzt aber woanders an: Für mich ist dieser Widerspruch ein Indiz dafür, dass die StVO-Vorgaben zu kompliziert sind, um praxistauglich zu sein. Die Regeln müssten vereinfacht werden, um nicht nur problemloser durch die verkehrsrechtlichen Anordnungen im Einzelfall umgesetzt, sondern durch die Verkehrsteilnehmer auch zweifelsfreier befolgt werden zu können.

Die StVO hat für mich genau 2 Aufgaben: für die Sicherheit des Straßenverkehrs und einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss zu sorgen, wozu theoretisch der § 1 reichen würde. Durch die zunehmende Komplexität und regelmäßige Änderung der Regeln sehe ich vor allem den Punkt Sicherheit gefährdet, da ich immer weniger von der Kenntnis, geschweige denn Befolgung der Regeln durch die Verkehrsteilnehmer ausgehen kann.
Gruß
Martin

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Re: Spießrutenlaufen

Beitrag von Tinu » Mo 16. Sep 2013, 16:50

Aktueller Stand:

Auf meine Nachfrage bei der Gemeinde Unterföhring habe ich jetzt sehr schnell Rückmeldung erhalten, dass bei der nächsten "Verkehrsschau" (Mitte Oktober) auch dieser Punkt geprüft wird.

So weit so offen...

Was mich viel mehr (positiv) überrascht hat ist das Angebot im gleichen Schreiben, in dem ich nach eigenen Lösungsvorschlägen zur Verkehrssituation gefragt werde!

Das nehme ich doch gerne wahr und bin gespannt, ob hier tatsächlich mal Bürgerbeteiligung funktioniert ;)
Gruß
Martin

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Re: Spießrutenlaufen

Beitrag von mgka » Do 19. Sep 2013, 09:41

Na, das klingt ja erst einmal nicht so schlecht. Halte uns doch hier ein wenig auf dem Laufenden.

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